Freibetrag

Der Freibetrag ist das, was man behalten darf. So oder ähnlich hört man es oft am Stammtisch. Doch was hat es mit dem Freibetrag auf sich? Für welche Beträge gilt ein Freibetrag? Wie finde ich heraus, ob ich ein Recht auf einen Freibetrag habe? Der Freibetrag wird jedes Jahr neu festgelegt und orientiert sich dabei an der Inflation. Während der Freibetrag vor 10 Jahren noch deutlich niedriger war als heute liegt der Freibetrag in diesem Jahr bei gut 8 000 Euro. Der Freibetrag ist das Geld, was ein Arbeitnehmer verdient und gleichzeitig nicht einkommenssteuerpflichtig ist. Der Arbeitnehmer hat also einen Freibetrag in Höhe von etwa 8 000 Euro, den er nicht versteuern lassen muss. Diesen Freibetrag kann der Arbeitnehmer also vollständig behalten. Beträge, die über diesen Freibetrag hinausgehen müssen jedoch versteuert werden. Dabei wird jedoch nicht der Freibetrag komplett versteuert sondern lediglich der Mehrbetrag. Der Freibetrag trifft sowohl bei Zinserträgen als auch bei Einkommen zu.

Bei Zinserträgen, ist die Höhe des Freibetrag ein entscheidender Faktor. Der Freibetrag spielt besonders bei allen Formen der Anlage, wie beispielsweise der Kapitallebensversicherung oder dem Tagesgeldkonto eine große Rolle. Der Freibetrag beträgt bei Zinserträgen aus Geldanlagen zur Zeit 801 Euro für Singles und 1602 Euro für Paare. Wer also ein Tagesgeldkonto hat und im Jahr 790 Euro an Zinsen erwirtschaftet, darf das Geld als Freibetrag behalten. Also alle Werte bis 801 Euro gelten als Freibetrag. Das Geld, das den Freibetrag übersteigt, gehört nicht mehr zum Freibetrag und wird zu 25% versteuert. Dabei wird jedoch nicht der übrige Freibetrag sondern nur der überschüssige Geldbetrag (und nicht der Freibetrag) versteuert. Dieses neue Freibetrag-Gesetz gilt seit einigen Jahren und hat besonders auf die Entwicklung der Kapitallebensversicherung einen großen Einfluss. Warum Kapital anlegen und über Jahrzehnte sparen, wenn außer dem Freibetrag nichts übrig bleibt? Für Kleinanleger hat der Freibetrag durchaus seine Vorteile, doch gerade Großanleger haben durch den Freibetrag von nur 801 Euro erhebliche Nachteile.

Der Freibetrag spielt jedoch auch beim Einkommen eine Rolle. Einkommen bis zu gut 8 000 Euro gilt im Jahre 2011 in Deutschland als Freibetrag. Dieser Freibetrag darf nicht versteuert werden, da dies das Minimum ist, was der Mensch zum Leben braucht. Der Freibetrag bleibt also auch hier einkommenssteuerfrei. Der Freibetrag wird hier nicht versteuert und der Arbeitnehmer darf seinen Freibetrag von etwa 8 000 Euro behalten. Alle Beträge, die über diesen Freibetrag hinausgehen, müssen mit der Einkommenssteuer versteuert werden. Der Freibetrag spielt besonders bei Selbstständigen und Freiberuflern eine wesentliche Rolle. Diese dürfen einen Freibetrag in Höhe von 8 000 Euro behalten und müssen nur die überschüssigen Beträge, die über dem Freibetrag liegen, versteuern lassen.

Der Freibetrag hat also durchaus viele Vorteile. Besonders Kleinanleger profitieren vom Freibetrag. Schließlich möchte man die 500 Euro an Zinsen nicht unbedingt zu 25% versteuern lassen. So hat der Freibetrag gerade für Leute, die nur ein wenig Geld auf Tagesgeldkonten legen möchten große Vorteile. Der niedrige Freibetrag ist jedoch gerade für Anleger, die in Aktien investieren oft ein Dorn im Auge.